Hochspannung an der Tabellenspitze
MSG Linden verliert Spitzenspiel – Wettenberg deklassiert Nieder-Florstadt
(mro) Ihre zweite Saisonniederlage im Spitzenspiel beim letztjährigen Vize SG Münzenberg/Gambach kassierte die MSG Linden mit 32:36, bleibt aber vorerst weiterhin Tabellenführer vor dem Gegner, da der bisherige Tabellenzweite, die TG Friedberg, zu Hause nicht über ein glückliches 31:31-Unentschieden gegen den WSV Oppershofen heraus kam.
So sind nun die ersten fünf Mannschaften in der Tabelle nur drei Punkte auseinander und am kommenden Wochenende steigt mit der Partie MSG Linden – TG Friedberg der nächste Schlager. Im einzigen Sonntags-Spiel feierte die HSG Wettenberg II einen deutlichen 34 : 25-Heimsieg gegen die SU Nieder-Florstadt. Bereits am Freitagabend konnte die SG Kleenheim II mit ihren ersten Saisonsieg ( 27:25 gegen den TSV Griedel ) den Abstand zu den Tabellenvordermännern verkürzen.
SG Münzenberg/Gambach - MSG Linden 36 : 32 ( 18 : 14 )
Es bleibt dabei! Zu Hause ist die SG Münzenberg/Gambach nicht zu bezwingen. Im Topspiel gewannen die Schützlinge von Trainer Stefan Mappes gegen den Tabellenführer MSG Linden mit 36:32 (18:14) und bleiben nach diesem Sieg weiter auf Tuchfühlung mit den Aufstiegs-plätzen, während eine weitere Niederlage den Kontakt zur Spitze häte abreißen lassen.
„In der ersten Halbzeit haben wir so gut gespielt wie selten zuvor unter meiner Ägide. Das war ein bärenstarker Auftritt“, lobte Mappes seine Schützlinge später und schob gleich hinterher: „In der nächsten Woche wollen wir Tabellenzweiter sein.“ Seit Mappes im Sommer 2009 die HSG übernommen hatte, verlor der Trainer aus Hüttenberg mit seinem Team kein Heimspiel. In der Bezirksoberliga Gießen ist die Sporthalle im Eiloh im Schatten des „Wetterauer Tintenfasses“ so etwas wie eine uneinnehmbare Festung.
Vor allem Keeper Jens Schindowski verdiente sich über die komplette Spielzeit und insbesondere in der Anfangsphase ein Sonderlob. Reaktionsschnell vereitelte der junge Schlussmann etliche Chancen der MSG-Offensive und leitete umgehend die Tempogegenstöße ein. „Das war ein sehr gutes Spiel von ihm. Dadurch sind wir schnell zu einfachen Treffern gekommen“, meinte auch Mappes, der sah, wie sein Team nach einer ausgeglichenen Anfangsphase über 5:5 (10.) peu á peu davonziehen konnte.
Vor allem die Achse Andreas Boller und Steffen Häuser funktionierte prächtig. Bollers Präzisionsarbeit im Rückraum und Häusers Antrittsschnelligkeit auf der Außenbahn war für das Topteam aus Linden nur schwer zu verteidigen. Bis zur 25. Minute setzte sich Münzenberg dank der Tore von Boller und Häuser auf 18:11 ab. „Neben Jens im Tor hat natürlich auch unsere Abwehr ihren Beitrag dazu geleistet. Das war eine starke Leistung“, freute sich Mappes, der nach der Pause allerdings einen etwas zu großen Schlendrian bei seinen Jungs ausmachte: „Sie waren nicht so konzentriert und Linden konnte den Anschluss herstellen. Das hat mir natürlich nicht so gefallen, weil das sehr fahrlässig von uns war.“ Die MSG, die mit ihrem Rückraumspieler Nico Piazzolla (sieben Tore) einen sehr wurfstarken und guten Spieler in ihren Reihen hatte, kam auf 16:18 heran und ließ sich nicht mehr so einfach abschütteln wie im ersten Durchgang. Doch Schindwoski war immer wieder zur Stelle. Mappes: „Er hat gerade in der engen Phase unglaubliche Dinger gehalten und mit insgesamt drei Siebenmetern, die er pariert hat, eine tolle Quote vorzuweisen.“ Gegen Ende der zweiten Halbzeit erarbeitet sich die HSG wieder einen Vorsprung von drei Treffern und fuhr den Sieg nach Hause, was bei den 150 Fans in der nicht so gut besetzten Halle die Stimmung hochkochen ließ. „Bei diesem Wetter ist es schwierig viele Zuschauer zu bekommen. Wir haben insgesamt ein reifes und gutes Spiel und somit auch die richtige Reaktion auf die Niederlage in Oppershofen gezeigt. Das war wichtig“, freut sich Mappes.
Tore Münzenberg/Gambach: Häuser (11), Boller (5), Brückel (4), Metzger (4), Ratz (4/2), Florian Großmann (2), Zeiß (2), Mogk (2), Brauburger (1), Pangborn (1) –
Linden: Piazzolla (7), Markus Semmelroth (6), Allendörfer (5), Schwellnuss (5), Simon Semmelroth (4/3), Müll (3), Kaplan (2).
HSG Wettenberg II – SU Nieder-Florstadt 34 : 25 ( 16 : 7 )
Die HSG Wettenberg II hat mit einem Start-Ziel-Sieg gegen den Gast aus Nieder-Florstadt seinen Zuschauern im letzten Jahres-Heimspiel ein vorweihnachtliches Geschenk gemacht.
HSG-Trainer Jörg Bender war nach Spielschluß zu Recht völlig begeistert von seiner Mannschaft: „Das war eine geniale erste Halbzeit, in der wirklichlich alles funktioniert hat. Im Angriff liefen die Spielzüge super und wurden erfolgreich abgeschlossen und die 5:1-Deckung mit einem überragenden Manuel Will im Tor ließ nur sieben Gegentore zu.“ So hatte sich die Landesliga-Reserve bereits nach eine Viertelstunde einen 9:4-Vorsprung herausgespielt, den man über das 13:6 (23. Minute) bis zur Pause zu einem nicht erwarteten
16:7-Pausenstand ausbauen konnte. Im Gefühl des sicheren Vorsprunges schalteten die Hausherren im zweiten Durchgang etwas zurück, so dass das Niveau der ersten Hälfte nicht mehr erreicht wurde. Dennoch konnteWettenberg, trotz nun ausgeglichenem Spielverlauf, sich in der 38. Minute beim 23:10 und fünf Minuten später beim 27:14 noch weiter absetzen. Einzig SU-Spieler Tim Kipper, den man in den ersten 30 Minuten gut kontrolliert hatte, kam nun öfters erfolgreich zum Abschluß, war aber letztlich auf sich alleine gestellt. Seine Tore sorgten dafür, dass es über den 30:20-Zwischenstand (50.) am Ende beim 34:25 wieder ein klein wenig freundlicher aussah für die Gäste. Spätestens mit diesem Sieg ist Aufsteiger Wettenberg in der Bezirksoberliga angekommen und hofft zum Jahresabschluß auch beim TSV Griedel zu punkten, um sich noch weiter vom Tabellenende entfernen zu können.
Tore Wettenberg: Kreutz (7), Stroh (6/4), Reindl (4), Olbert (4), Zirkel (3), Paul (3), Briel (3), Fähler (2), Schmitz (1), Bessler (1) – Nieder-Florstadt: Kipper (9), Kuntze (5), Sacks (4), Frank (2), Stübing (2), Braun (1), Jochen Ruhrmann (1), Odermatt (1).
SG Kleenheim – TSV Griedel 27:25 (13:15)
(mro) Den ersten doppelten Punktgewinn feierte die SG Kleenheim II im letzten Heimspiel 2010. Dabei kam der Sieg recht glücklich zustande und war auch auf die Unterstützung der Oberligaspieler Florian Eisenhardt (6) und Tim Hanika (3) sowie auf den bereits letzte Woche reaktivierten defensivstarken Markus Häuser zurückzuführen. In der hektischen Partie gab es drei rote Karten – gegen den Kleenheimer Hanika (48.) sowie die Griedeler Jansons (48.) und Noll (51.), allerdings alle drei ohne Folgen!
Kleenheim legte eine 5:2-Führung (7.) vor, lag aber beim 10:11 (22.) durch Dorian Blume nach dem 0:1 erneut im Hintertreffen. Bis zum Pausenpfiff konnte sich die Mannschaft um Trainer Michael Zehner auf 15:13 absetzen, wobei Artan Nuradini mit seinem einzigen Feldtor erfolgreich war.
Nach dem Wechsel holten sich die Kleenheimer beim 16:15 (33.) durch Philipp Dietz nach drei Treffern in weniger als drei Minuten die Führung zurück. Doch es blieb spannend und Griedel schien bei einer 21:18-Führung (41.) durch Frederic Noll auf einem guten Weg Richtung Sieg. Kleenheim II kämpfte aber unverdrossen weiter und legte nach dem 22:24-Rückstand (54./Christopher Kopf per Siebenmeter) mit der Umstellung auf eine 5:1-Deckung den Grundstein zum Erfolg, wobei in den letzten sechs Minuten ein 5:1-Lauf der Kleenheimer die beiden Punkte sicherte. Kopfs dritter Siebenmetertreffer zum 25:26 (60.)-Anschluss für die Gäste sorgte für Hochspannung, ehe Kleenheim II nach einer Auszeit fünf Sekunden vor Ende durch Florian Eisenhardt (der Ball klatschte vom Pfosten ins Tor) von Rechtsaußen den viel umjubelten 27:25-Sieg perfekt machte und damit den Anschluss an das hintere Mittelfeld herstellte.
Tore Kleenheim: Eisenhardt (6), Biermann (4), Häuser (4/4), Hanika (3), Reusch (3), Björn Klein (2), Hoyer (2), Krug (2), Dietz (1) - Tore Griedel: Leister (7/4), Jansons (3), Weiß (3), Noll (3), Kopf (3/3), Müller (2), Blume (2) und Artan Nuradini (2/1).
TG Friedberg – WSV Oppershofen 31 : 31 ( 14:14 )
Tore Friedberg: Rosenschon (8/6), Dietzel (6), Lebeau (5/1), Glaub (4), Belz (2), Kautz (2), Kahabka (2), Schäfer (1), Mangels (1) – Oppershofen: Jung (7), Exner (7), Siegel (6), Tobias Kreuzer (5), Raab (4), Bergemann (1), Winkler (1).
TSV Kirchhain – HSG Mörlen 31 : 31 ( 20 : 16 )
Tore Kirchhain: Reuscher (9/3), Lücker (6), Oswald (4), Frische (3), Pilgrim (3), Morbitzer (3), Büschel (2), Bittner (1) – Mörlen: Philipp Möbs (8), Hergl (8/4), Daniel Birkenstock (4), Dönges (3), Christian Birkenstock (3), Dietz (2), Brauburger (1), Becker (1), See (1).








